Zusammenführung bei Katzen

Du schenkst einer neuen Fellnase ein Zuhause und bist dir noch unsicher, wie du diese am besten mit deiner vorhandenen Katze zusammenführst? Wir nehmen dich an die Hand und zeigen dir, wie du die Zusammenführung gestalten könntest. Wir legen dir unsere Tipps und Tricks ans Herz und hoffen, dass du diese umsetzt. Leider können wir dir nicht garantieren, dass sie sich lieben, miteinander kuscheln und gegenseitig putzen werden. Es gibt auch keine genauen Angaben, wie lange eine Zusammenführung dauern kann. Trotzdem ist es eine Möglichkeit, wie du deine Katzen so angenehm und stressfrei wie möglich für alle Beteiligten zusammenführen kannst.

Vorbereitung für den Einzug der neuen Katze

Eine gute Vorbereitung ist schon die halbe Miete. Eine Zusammenführung fängt schon vor dem Einzug der neuen Katze an, indem du dir einen ruhigen Raum für sie aussuchst. Am besten ist es nicht der Lieblingsraum deiner vorhandenen Katze. Besorge am besten alles neu oder wasche die Dinge ordentlich, damit sie keinen Geruch von deiner Katze haben. Katzenklo, Kratzbaum, Körbchen, Näpfe, Decken, Spielzeuge, Handtücher… All das sollte so neutral wie möglich riechen. Du möchtest deiner neuen Katze natürlich den Einzug auch so angenehm wie möglich gestalten und sie kann an diesen Dinge ihren Duft lassen. Dieser Schritt ist auch wichtig für die kommende Zeit, bevor die Katzen sich zuerst sehen werden.

Schritt für Schritt Anleitung für eine Zusammenführung

Jeder Schritt sollte bedacht sein. Wir haben keinen Zaubertrick, doch seit Jahren machen wir gute Erfahrungen bei unseren Adoptanten mit dieser Vorgehensweise. Separiere deine neue Katze und lass sie dort in Ruhe, in ihrem Tempo, ankommen. Sie muss auch erstmal Vertrauen zu dir aufbauen und realisieren, in welchem neuen Ort sie sich befindet. Es ist ganz individuell, wie schnell sich die Katzen einleben. Natürlich hängt es auch davon ab, woher sie kommen, was sie vorher bereits erlebt haben, ob sie Traumata oder Handicaps haben. Zu diesem Zeitpunkt ist es wichtig darauf zu achten, dass keine Katze zu kurz kommt. Verbringe mit beiden viel Zeit mit Kuscheln und Spielen. Wasch deine Hände, bevor du die Räume wechselst, damit du den Geruch der einen Katze erstmal nicht zur anderen mitnimmst.

Auch deine vorhandene Katze kann sich bereits anders verhalten, wenn die neue Fellnase eingezogen ist. Katzen sind sehr sensible Tiere und merken schnell, wenn etwas anders ist. Der Geruch von der neuen Katze, das Rein- und Rausspazieren von dem Zimmer, die geschlossene Tür, Geräusche von der neuen Katze… Das kann ganz schön stressig sein. Hier empfehlen wir dir Feliway

Warum Feliway?

Feliway gibt Pheromone ab, sozusagen nicht-sichtbare Entspannungsbotschaften in die Umgebungsluft. So fühlt sich deine Katze sicher und geborgen, dies kann bei Stresssituationen wie bei einer Zusammenführung sehr helfen.
Sobald du das Gefühl hast, der Neuankömmling hat sich bereits gut eingelebt, kann sich entspannen, frisst und trinkt gut, ist es Zeit für den nächsten Schritt:

Gerüche austauschen bei der Zusammenführung

Katzen sind sehr empfindlich, was Gerüche angeht. Sie bemerken sofort, wenn jemand Neues in ihrem Revier ist. Daher ist es sehr wichtig, erstmal die Gerüche auszutauschen und kennenzulernen. Hierfür kannst du zum Beispiel Handtücher oder Decken nutzen, die du bei beiden auslegst. Wechsele diese, biete das Handtuch von deiner neuen Katze der vorhandenen Katze und umgekehrt an. Sei nicht zu aufdringlich und reib es ihnen unter die Nase. Lege das Handtuch hin, wo die Katzen jederzeit die Möglichkeit haben, selbst daran zu schnuppern, wenn sie es wollen. Nicht selten kommt es vor, dass hier deine Hand oder das Handtuch anfauchen. Es ist ein neuer Geruch, den sie erstmal kennenlernen und akzeptieren müssen. Erschrecke dich dabei nicht. Deine vorhandene Katze assoziiert ja schon deine Hand mit etwas Positivem: Streicheleinheiten, Kraulen, Futter geben… Streichel deine neue Katze und biete deiner vorhandenen Katze deine Hand an. Lass sie in ihrem eigenen Tempo alles beschnuppern. Wenn du das Gefühl hast, sie hat sich an den neuen Geruch gewöhnt, kannst du sie jetzt auch streicheln. Sodass der Geruch nun an ihr bleibt und sie ständig damit konfrontiert wird. So können sie sich an den neuen Geruch gewöhnen und lernen, dass dieser nicht schlimm ist.

Erster Blickkontakt der Katzen bei einer Zusammenführung

Dass da jemand ist, der anders riecht und die Routinen verändert hat, ist nun klar. Doch dass diese neue Katze auch wirklich da ist, wird erst zur Realität, wenn sie sich sehen. Eine gute Möglichkeit ist erstmal, wenn sie sich sehen, aber nicht annähern können. Hierfür eignet sich ein Gitter oder ein Netz an der Tür. Ob gekauft oder selbstgebaut, sei kreativ und schau, wie du deine Tür am besten absichern kannst. Wichtig ist, die Katzen nicht zu überfordern. Wir empfehlen daher, es nicht zu überstürzen und die Türen direkt offen zu lassen. Täglich könnt ihr die Zeit erhöhen, wann die Kleinen die Möglichkeit haben, sich zu sehen. Fangt bei 5, dann 10, dann 15 Minuten etc. an und steigert diese stetig. Verbinde diese Zeit mit etwas Positivem, indem du zum Beispiel Leckerlis verteilst. Am besten seid ihr da zu zweit und jeder kann einer Katze gleichzeitig Leckerlis geben.

Du könntest auch das Frühstück gleichzeitig geben, indem du beide morgens vor dem Gitter fütterst. Falls du das Gefühl hast, dass all das nun gut läuft, kommt der nächste Schritt.

Das erste Zusammentreffen der Katzen

Du merkst, dass sie bereit für diesen nächsten wichtigen Schritt sind, wenn sie entspannt beieinander sein können. Katzen können fauchen und brummen, was auch absolut normal ist. Trotzdem finden wir es wichtig, dass das negative Verhalten nicht zur Gewohnheit wird und sich manifestiert. Halte sie vom Fauchen ab und zeige auch Grenzen auf, bis wohin es gehen darf. Du als Besitzer trägst die Verantwortung und möchtest, dass keine Katze sich bedroht fühlt. Je geduldiger und stressfreier du an die Sache rangehst, desto entspannter sind auch die Katzen.

Wir empfehlen dir, die Katzen in einem ruhigen Moment zusammen zu lassen. Am besten ist es, wenn ihr zu zweit seid und jeder bei einer Katze ist, falls es zu einem Kampf kommen sollte. In so einem Fall musst du bereit sein, beide körperlich zu trennen, sodass es nicht zu Verletzungen kommt. Wir möchten dir hier keine Angst bereiten, sondern aufklären, was eventuell passieren könnte.

Arbeite mit Leckerlis und gebe beiden gleichzeitig welche. Sie merken, dass du keine vernachlässigst. Falls deine Katzen besonders verspielt sind, kannst du es auch spielerisch angehen. Zum Beispiel mit einer Angel.

Wir hatten es schon oft bei Zusammenführungen, dass Katzen sich spielerisch angenähert und es gar nicht direkt gemerkt haben. Nutze die gemeinsamen Charaktereigenschaften, damit sie sich annähern. Zum Beispiel können auch beide gleichzeitig von zwei Personen gekuschelt werden, wenn ihr voreinander auf dem Boden mit der Katze auf dem Schoß kuschelt.

Absolute NO GO’s bei einer Zusammenführung von Katzen

So wie es Empfehlungen gibt, die dir dabei helfen, Katzen zusammenzuführen, gibt es auch No Go’s, die du bei einer Zusammenführung unbedingt vermeiden solltest. Hier zählen wir dir ein paar auf:
  • Die Katzen direkt aufeinander zu lassen, sobald die neue Katze eingezogen ist
  • Zu denken: “Sie regeln das schon unter sich”
  • Ungeduldig sein und Signale nicht wahrnehmen, dass deine Katze noch nicht bereit ist
  • Stress erzeugen und sie dazu zwingen, dass sie sich lieben
  • Bei einer Adoption oder einem Kauf nicht auf den Charakter zu achten
  • unkastrierte Katzen sozialisieren
Zusammenfassend können wir dir mitgeben, dass du dir und den Katzen Zeit geben solltest. Hab Geduld, denn eine Zusammenführung klappt in der Regel nicht von heute auf morgen. Diese kann 1-2 Wochen dauern, aber auch mehrere Monate. Sei dir bewusst, dass es immer Fortschritte, aber auch Rückschritte geben kann. Die kleinen Fortschritte sind wichtig, halte dich an sie fest. Gebe deine Katzen nicht zu schnell auf und falls du mehr Unterstützung benötigst, frage gern bei einem Katzentherapeuten.

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