Die Suche nach perfektem Katzenfutter? Ein Leitfaden für besorgte Katzeneltern

In der Welt der Heimtierhaltung gibt es wohl kaum ein Thema, das so kontrovers diskutiert wird, wie die Auswahl des passenden Futters. Es scheint als würden jede Woche neue Erkenntnisse und Studien veröffentlicht werden, die die Debatte weiter anheizen. Die Entscheidung für das “richtige” Futter entwickelt sich sogar zu einer Frage, die Generationen überspannt.

Sogar meine Mutter ist davon überzeugt, dass Katzen, die ausschließlich Whiskas bekommen, ein hohes Alter erreichen können. Doch wenn ich die Lieblingsanekdote meines Vaters höre, wie er einst mutterlose Kätzchen erfolgreich mit Kuhmilch aufgezogen hat, sträuben sich bei mir die Nackenhaare.

Die Regale der Discounter sind überflutet mit einer Vielzahl von Futtermarken und die Werbeversprechen könnten nicht prächtiger sein. “Kitekat – Wenn die Katze gesund ist, freut sich der Mensch” oder “Katzen wie Felix lieben Felix”. Wem sollte man da überhaupt Glauben schenken? Ist es möglich, Futter zu kaufen, ohne sich durch endlose Inhaltslisten zu wühlen?

Es gibt Katzenhalter:innen, die Barfen als die einzige wirklich artgerechte Ernährung für ihre Katzen ansehen, während viele Tierärzte lediglich Trockenfutter empfehlen. Selbst Expert:innen wie Züchter:innen, Tierärzte:innen sowie Ernährungsberater:innen sind sich uneins darüber, was die optimale Fütterung für Katzen betrifft.

Angesichts dieser vielfältigen Meinungen haben wir gezögert, das Thema Katzenfutter in unserem Blog anzusprechen. Dennoch ist Ernährung ein so entscheidender Aspekt. Gerade frischgebackene Katzeneltern fühlen sich oft überfordert von der Vielzahl der Futtermöglichkeiten. Obwohl wir keine Experten auf dem Gebiet der Katzenernährung sind, möchten wir dennoch einige Tipps geben, worauf du achten solltest.

Im Internet kursieren zudem zahlreiche Ernährungsmythen, die viele Tierhalter verunsichern, wie zum Beispiel die Behauptungen, dass Fertigfutter krank mache oder dass es lediglich aus Abfällen bestehe. Diese Mythen werden oft zu Werbezwecken genutzt, um Tierhalter zu manipulieren und eine bestimmte Art von Futter zu kaufen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass in Europa strenge Vorschriften für die Futtermittelherstellung gelten, denen die Hersteller folgen müssen.

Wer mehr darüber erfahren möchte, kann gerne nachlesen auf: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=CELEX%3A32009R1069

Wir können nur jedem ans Herz legen, einen Mittelweg zu gehen und langsam herauszufinden, was dem Tier gut tut und was es mag.

Trockenfutter vs. Nassfutter

Für zahlreiche Katzenbesitzer:innen steht zunächst die grundlegende Frage im Raum, ob sie ihrer Katze Nassfutter oder Trockenfutter geben sollen. Beide Arten haben ihre Vor- und Nachteile und es bedarf einiger Überlegungen:
Trockenfutter:
  • 1. Bequemlichkeit: Trockenfutter ist oft einfacher zu lagern, zu handhaben und zu dosieren. Es bleibt länger frisch und kann den ganzen Tag in der Schüssel bleiben, ohne zu verderben.
  • 2. Zahngesundheit: Das Kauen von Trockenfutter kann die Zähne der Katze auf natürliche Weise reinigen und zur Zahngesundheit beitragen.
  • 3. Kostengünstiger: Trockenfutter neigt dazu, kostengünstiger zu sein als hochwertiges Nassfutter.
Nassfutter:
  • 1. Feuchtigkeitszufuhr: Nassfutter enthält einen höheren Wassergehalt, was dazu beitragen kann, die Katze besser hydriert zu halten. Dies kann besonders wichtig sein, wenn deine Katze nicht viel trinkt.
  • 2. Bessere Akzeptanz: Einige Katzen bevorzugen den Geschmack und die Textur von Nassfutter. Dies kann besonders nützlich sein, wenn deine Katze wählerisch ist oder Gesundheitsprobleme hat, die den Appetit beeinträchtigen.
  • 3. Geringere Kohlenhydratwerte: Hochwertiges Nassfutter enthält oft weniger Kohlenhydrate als Trockenfutter, was für einige Katzen von Vorteil sein kann, besonders wenn es um Gewichtsprobleme oder Verdauungsprobleme geht
In unserem Umgang mit den Pflegekatzen haben wir uns auf eine Mischung aus Trockenfutter und Nassfutter geeinigt. Besonders für Kitten ist es wichtig, jederzeit Zugang zu Futter zu haben und dank des Trockenfutters können wir dies gewährleisten. Zusätzlich erhalten die Katzen jeden Morgen eine Portion Nassfutter, um sicherzustellen, dass ihr Flüssigkeitsbedarf gedeckt ist.

Diese morgendliche Routine hat sich bewährt, da sie es uns ermöglicht, den Appetit der Katzen zu überwachen. Ein plötzlicher Rückgang des Appetits kann ein Anzeichen für eine Erkrankung oder Unwohlsein sein, das wir sofort erkennen können. So können wir rechtzeitig handeln, wenn eine Katze Anzeichen von Problemen zeigt.

Es ist von entscheidender Bedeutung zu erkennen, dass die Bedürfnisse jeder Katze individuell sind. Ähnlich wie bei Menschen können auch bei Katzen die Geschmäcker variieren. Sowohl bei Straßenkatzen als auch bei unseren Pflegekatzen begegnen wir häufig Katzen, die strikte Verweigerer von Nassfutter sind. In solchen Fällen ist es wichtig, auf diese Präferenzen einzugehen. Denn letztendlich ist nicht die Form des Futters entscheidend, sondern vielmehr die Qualität, um sicherzustellen, dass deine Katze alle notwendigen Nährstoffe erhält.

Welche Zusammensetzung sollte das Katzenfutter haben?

Katzen sind strikte Karnivoren, sogenannte Fleischfresser, also sollte logischerweise der Fleischanteil groß sein, idealerweise mehr als 80 %. Schließlich muss der Eiweißanteil einer Katze gedeckt sein. Doch ein großer Fleischanteil zeugt nicht unbedingt von guter Qualität des Futters.

Die Qualität des Fleisches ist entscheidend, nicht alle Fleischsorten sind gleich

Achte bei der Zusammensetzung unbedingt darauf, welche Fleischteile verarbeitet wurden. Der Begriff “tierische Nebenerzeugnisse” sollte in geringem Maße oder am besten gar nicht im Futter enthalten sein, da Teile wie Kopf, Euter oder Pansen keine optimalen Eiweißlieferanten sind und Verdauungsprobleme verursachen können. Immer mehr Futtermittelhersteller greifen stattdessen auf hochwertige pflanzliche Eiweißquellen wie Sojaprotein zurück.

Kohlenhydrate im Katzenfutter sind im Grunde genommen überflüssig

Im Katzenfutter sollten idealerweise keine Kohlenhydrate enthalten sein oder nur in sehr geringen Mengen. Wenn überhaupt, könnten kleine Mengen an pflanzlichen Kohlenhydraten wie Gemüse oder bestimmten Getreidesorten wie Reis oder Hafer enthalten sein. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Katzen von Natur aus Fleischfresser sind und eine geringe Kohlenhydratzufuhr benötigen. Zu viele Kohlenhydrate, insbesondere aus Getreide, können zu Verdauungsproblemen und anderen gesundheitlichen Problemen führen. Daher ist es ratsam, Katzenfutter zu wählen, das hauptsächlich aus hochwertigen tierischen Proteinen besteht und nur minimale Mengen an Kohlenhydraten enthält.

Zucker als Gefahr im Katzenfutter

Es gibt immer noch minderwertige Katzenfuttersorten, die Zucker enthalten, um das Futter besonders schmackhaft und attraktiv für deinen Vierbeiner zu machen. Doch Zucker im Katzenfutter ist nicht nur unnötig, sondern kann auch schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen. Krankheiten wie Übergewicht oder Diabetes sind oft das Ergebnis jahrelanger Fütterung mit minderwertigem Futter.

An dieser Stelle ist es uns wichtig zu erwähnen, dass teureres Futter nicht immer das Beste ist. Erfahrungsgemäß gibt es auch hochwertiges Futter im mittleren Preissegment. Ein Blick auf die Zusammensetzung ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass du deiner Katze ein qualitativ hochwertiges und ausgewogenes Futter gibst.

Ein kleiner Tipp: Achte auf die Reihenfolge der Zutatenliste im Futter, denn die Mengenangaben sind immer absteigend gelistet. Das bedeutet, dass wichtige Bestandteile zuerst genannt werden sollten, während Getreide, Zucker oder Konservierungsstoffe am besten ganz hinten in der Liste stehen oder gar nicht aufgeführt sind. So erhältst du einen guten Einblick darüber, welche Inhaltsstoffe in welchen Mengen im Futter enthalten sind.

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