Der Geruchssinn der Katze – eine lebenswichtige Sinnesleistung

Zwar ist der Geruchssinn einer Katze im Gegensatz zum Seh- und Gehörsinn weniger ausgeprägt, jedoch trotzdem noch um einiges besser als der von Menschen. Der ausgeprägte Geruchssinn ist schon von Geburt an vorhanden und somit finden sie immer die Zitze ihrer Mutter. Japanische Wissenschaftler haben sogar herausgefunden, dass Katzen an den Urinspuren der anderen Katzen das Alter und Geschlecht erkennen können. Mehr Informationen dazu findest du hier:

Durch das Setzen der eigenen Duftmarke, indem Urin abgelassen wird, wird das eigene Revier markiert, aber auch kommuniziert. Die Übermittlung von Informationen wie “Ich war gestern Abend hier”, “Ich fühle mich gestresst” oder “Ich bin zur Paarung bereit” , sind durchaus denkbar.

Immer wieder sprechen wir über Pheromone bei Katzen. Was hat es damit auf sich und kann ich Pheromone einsetzen, um das Verhalten meiner Katze positiv zu beeinflussen? Im folgenden Text bekommst du eine Antwort auf diese Frage. Doch erst einmal wollen wir uns dem Thema Geruchssinn bei der Nahrungsaufnahme widmen.

Katzen scannen das Futter mit der Nase

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass Katzen erstmal ausgiebig ihr Futter beschnuppern, bevor sie es überhaupt anrühren. Das sensible Riechorgan vermeidet, dass die Katze verdorbenes Futter überhaupt anrührt. Sie haben diese Fähigkeit schon von Geburt an und finden somit immer die Zitze ihrer Mutter. Trotzdem ist bei Katzenhaltern Vorsicht geboten, denn leider hält der Geruchsinn Katzen nicht davon ab giftige Pflanzen zu fressen. Leider ist es ein Trugschluss zu glauben, dass Katzen giftige Substanzen aufgrund ihres Geruchsorgans ablehnen. Somit kommt es auch leider immer wieder vor, dass laktosehaltige Milch von Katzen getrunken wird, obwohl diese Durchfall verursachen kann.
Achtung, wenn der Geruchssinn deiner Katze verloren geht
Vorsicht ist auch geboten, wenn das Geruchsorgan deiner Katze beeinträchtigt ist. Bei Katzenschnupfen kann es in schweren Fällen vorkommen, dass sowohl Geruchssinn als auch Geschmacksinn teilweise verloren gehen. Nicht selten stellt die Katze dann die Nahrungsaufnahme ein, wenn die Nase durch Nasenausfluss blockiert ist. Sollte das Erwärmen von Futter oder die Umstellung auf stark riechendes Futter nicht funktionieren, so muss in dieser akuten Krankheitsphase der Katze zwangsweise Nahrung zugeführt werden, zum Beispiel mit leeren Spritzen. Hochkalorische Nahrung oder Sirups sind hierfür geeignet.

Pheromone als Kommunikationsmittel bei Katzen

Pheromone sind chemische Botenstoffe, die von einem Tier abgegeben werden, über Talg- und Schweißdrüsen und eine Reaktion bei anderen Tieren der gleichen Art auslösen können. Bei Katzen dienen Pheromone dazu, ihr Territorium zu markieren, soziale Bindungen zu stärken und Stress abzubauen. Neben dem Harnmarkieren können Katzen Pheromone über das Reiben des Kopfes an Gegenständen und Möbel abgeben. Vielleicht hast du bei deiner Katze schon mal einen besonderen Gesichtsausdruck festgestellt, der an ein menschliches Lächeln erinnert? Man spricht von dem sogenannten “Flehmen”, wenn die Katze ihr Maul etwas öffnet und die Nase rümpft. Mit der Zunge drückt sie die eingeatmete Luft gegen den Gaumen, um das Jacobson Organ zu aktivieren. Dieses Organ sorgt dafür, dass Gerüche noch intensiver wahrgenommen werden und Informationen wie Pheromone aus den Gerüchen gefiltert werden.

Pheromone dienen bei Katzen nicht nur zur Reviermarkierung. Sie geben auch Pheromone ab, wenn sie sich wohlfühlen z. B. beim Schnurren oder um sich in Stresssituationen selbst zu beruhigen. Die Industrie hat sich die Wirkung des Stresshormons zu Nutzen gemacht, um das Verhalten der Stubentiger zu beeinflussen. Es gibt viele Sprays, Stecker und Halsbänder zum Beispiel von Feliway mit Pheromonen als Bestandteil, die angstlösend und beruhigend wirken sollen.

Pheromone der Katzen können nicht von Menschen oder anderen Haustieren wahrgenommen werden.

Meine Katzen können sich nicht riechen

Kein Satz beschreibt es treffender, wenn sich zwei Katzen nicht leiden können. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Katzen sich nicht auf Anhieb mögen und es in der Kennenlernphase einige Schwierigkeiten gibt. Der Geruchssinn spielt dabei eine bedeutende Rolle. Katzen müssen sich langsam an den Geruch des Artgenossen gewöhnen. Wir empfehlen bei einer Sozialisierung die langsame Einführung der neuen Katze und einen Austausch von Geruchsspuren auf Handtüchern, Decken etc. Detaillierte Informationen über eine Zusammenführung findest du hier! Zusammenführung

Bei Mehrkatzenhaushalten haben sich Pheromons Spray bewährt, um Spannungen und Aggressionen einzudämmen.

Welche Gerüche Katzen nicht mögen

Im Text über Catnip haben wir bereits einen Überblick über Duftstoffe gegeben, die Katzen gerne mögen und eine anregende Wirkung haben. Es gibt aber auch einige Gerüche, die ihr Stubentiger nicht gerne reicht und sich regelrecht davor ekelt. Der Gesichtsausdruck spricht dann oftmals Bände. Kennst du die “Verpiss-dich-Pflanze”? Katzen suchen das Weite, wenn sie schon den starken Geruch der Pflanze aus der Ferne riechen.
Natürlich ist die Abneigung zu bestimmten Duftstoffen individuell, doch bei folgenden Gerüchen rümpfen die meisten Katze ihre Nase:

  • Ätherische Öle: In etlichen Pflanzen wie Salbei oder Lavendel sind ätherische Öle vorhanden. Auch in Nadelbäumen sind sie enthalten.
  • Chemische Gerüche: Darunter fallen Haushaltsreiniger und Desinfektionsmittel. Auch Körperpflegeprodukte, die nicht Naturkosmetik sind, können für Katzen unangenehm riechen. Duftkerzen und Raumsprays mit chemischen Zusätzen sind sehr irritierend für die Katzennase.
  • Der Zigarettenrauch ist nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitsgefährdend für ihre Fellnase.
  • Zitrusfrüchte und die meisten Obstsorten werden von der feinen Katzennase gemieden. Gut so, denn Geraniol kann enthalten sein, welches giftig für Katzen ist.
  • Der Geruch von Gemüsesorten wie Lauch und Zwiebeln schreckt viele Katzen ab und verhindert somit eine mögliche Vergiftungserscheinung durch Nahrungsaufnahme.
  • Essig wird oftmals benutzt mit dem Gedanken, dass der Katze zuliebe auf chemische Reinigungsmittel verzichtet wird. Doch der Geruch eines Essigreinigers kann sich ätzend auf die Schleimhäute deiner Fellnase auswirken.
Abschreckend für Katzen bedeutet nicht gleich giftig. Während giftig nicht gleich abschreckend für Katzen bedeutet. Somit müssen Substanzen und Pflanzen, die frei zugänglich sind, nochmals gesondert hinsichtlich der Gesundheitsgefährdung betrachtet werden.

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